Samstag, 1. November 2008

31.10.08

Hallo Leute,
nachdem euch Katrin die letzten Tage beschäftigt hat und ich nun endlich in meinem ersten wohlverdienten Wochenende bin, kann ich euch heute mal meine Eindrücke schildern.
Unsere Ankunft am Montag Mittag war etwas unerwartet. Nachdem wir in Quatar einen sehr belebten Doha International Airport vorgefunden haben, war am Changi Singapur absolut gar nichts los. Ein riesiges Gelände mit vielen Blumen (u. a. Orchideen) und Palmen, Springbrunnen und fast keinen Menschen. Zuerst dachte ich, es liegt am Feiertag (am 27.10. war das indische Deepavali), aber später sollte sich herausstellen, dass es wohl immer so ist. Gepäck geschnappt und durch die Einwanderungsbehörde, ging es dann mit der MRT (U-Bahn) in Richtung Hotel (s. Bericht 1). Was einem aber sofort in die Nase kommt, ist der Essensgeruch. Egal wo man ist, es riecht hier immer nach Essen. Generell wird hier sehr wenig selbst gekocht. Die meisten Singapurer gehen täglich Essen (ca. 2-4€ für ein Mittagsmenü). Das ist einfacher und auch billiger, denn die Lebensmittel sind doch relativ teuer (100g Emmentaler 2,50€, 100g Salami 3€, 750g Nutella 4,40€, ...). Egal ob Food Courts (mit Klimaanlage), Hawkers (ohne Klimaanlage) oder die vielen kleinen Kneipen und Bars, hier findet man überall etwas Essbares. Und das meiste schmeckt auch noch! Bisher war ich chinesisch, indisch, koreanisch und heute amerikanisch (und NEIN, nicht bei McDonald's, Burger King oder Pizza Hut) essen. Alles relativ scharf, aber bisher noch erträglich. Viele kleinere "Restaurants" sehen zwar nicht immer ganz sauber aus, scheinen aber die hygienischen Standards einzuhalten. Auch die Stadt selbst ist immer noch relativ sauber (vor allem im Stadtkern). In den äußeren Bezirken herrschen am schon europäische Verhältnisse. Die hohen Strafen stören hier Niemanden (unerlaubtes Rauchen: 500€, Verkauf von Kaugummi: 1.000€, bewaffneter Raubüberfall, Mord oder Drogenhandel: Todesstrafe, Vergewaltigung, Diebstahl oder Vandalismus: Stockschläge). So gehen die meisten Leute auch bei Rot über die Straße. Leider seh ich auch relativ wenige Polizisten. Scheinbar gehen hier also die Kontrollen zurück.
Ein paar kurze Worte noch zur Bank (ihr wisst ja - Schweigepflicht!!):
Die DZ Bank befindet sich im 43. von 47 Stockwerken hohen Land Tower (Gebäude in der Mitte des ersten Bildes, mit dem auf dem Kopf stehenden, blauen T), mitten in der City. Ich kann euch sagen, der Ausblick ist gigantisch. Die halbe Stadt liegt mir zu Füßen. Der Merlion (2. Bild) direkt unter mir, der Flyer (größtes Riesenrad der Welt) direkt vor mir, dahinter einer der zahlreichen Golfplätze und dann die vielen Schiffe, die hier täglich vor Anker liegen. 95% aller Warenladungen (Gas, Öl, Zucker, Tee, Palmöl zwischen Europa und dem Mittleren Osten bis nach China, Japan und den USA) kommen hier am mittlerweile größten Containerhafen der Welt vorbei. Ein fantastischer Anblick. Zudem sind die rund 50 Mitarbeiter in der Branch sehr freundlich. Einige Deutsche sind auch dabei. So fällt Einstieg und Verständigung nicht so schwer. Die Büros hier sind auf geschätzte 10°C gekühlt. Daher freuen wir uns auf die kurzzeitig angenehme Wärme in der Mittagspause. Der Arbeitstag ist recht lang. 9-18 Uhr machen eine 40-Stunden-Woche. Die Zeit vergeht aber momentan noch relativ schnell. Zusammen mit mir hat noch eine weitere Praktikantin (Stefanie von der VoBa Rottweil) angefangen. Jetzt schwäbelts schon in Singapur!
Jetzt freue ich mich auf das Wochenende, um endlich selbst mehr von Singapur sehen zu können als Katrins Bilder von ihren täglichen Ausflügen.
Dann bis die Tage mit hoffentlich ein paar aufregenden Bildern.

Gruß Chris & Katrin

P.S.: Danke für die vielen Rückmeldungen und Glückwünsche für Katrin

2 Kommentare:

feldkattze hat gesagt…

Warum ist Merlion halb Löwe, halb Fisch?

Chris hat gesagt…

Das Wahrzeichen Singapurs beruht auf der Sage zur Namensgründung der Stadt. Ein Prinz aus Sumatra glaubte im Regenwald ein löwenähnliches Tier (obwohl es ja bekanntlich Steppentiere sind) mit einem Fischschwanz gesehen zu haben. So wurde dieser neu entdeckte Inselteil "Singa Pura", "Löwenstadt" genannt.