Sonntag, 30. November 2008

29. - 30.11. - Chris

Chinatown - heiß, bunt und kitschig:

Am Samstag war's doch glatt 35° warm, fast wolkenlos und dazu stechende Sonne. Daher hatte ich nur ein kurzes Vergnügen im 180 Jahre alten Stadtteil. Direkt neben dem Finance District anliegend, können die Unterschiede kaum kaum größer sein. So gibt es eben vor den modernen Wolkenkratzern noch die bunten Häuser, Shops und Tempel, dazu kleine Märkte und natürlich ganz viel Kitsch für die Touristen oder auch die traditionellen Apotheken mit getrockneten Seepferdchen oder ähnlichem.



Nicht ganz mein Geschmack trifft da der Sri Mariamman Tempel, der älteste Hundu-Tempel Singapurs, mit seinen 72 hinduistischen Gottheiten und ein paar Kühen. Sehr bunt, sehr ungewohnt.

Sehr bekannt ist für mich dagegen Lau Pa Sat. Der ehemalige Fischmarkt
ist heute nämlich ein Hawker mit vielen äußerst leckeren Imbissständen und daher unsere wöchentliche Anlaufstelle zum Mittagessen.

Ich bin gespannt wie die Straßen hier zum chinesischen Neujahrsfest am 26./27. Januar aussehen.




Sonntag - Dschungelcamp:

Neben Rio de Janeiro ist Singapur die einzige Stadt mit einem ursprünglichen Regenwald innerhalb seiner Stadtgrenzen. Das Bukit Timah Nature Reserve ist ein 164 ha großes Naturschutzgebiet rund um den Bukit Timah, der höchsten Erhebung Singapurs (164 m). Auf teilweise engen Trampelpfaden kann man die weit gehend unberühte Dschungelvegetation genießen. Mehr Bäume als in Nordamerika, dazu viele Vögel, Schmetterlinge, Eichhörnchen, Eidechsen, Affen, Schlangen (hab keine gesehen!) und Riesenameisen (wie aus Indiana Jones 4). Tiger gibt es hier seit 1930 nicht mehr.













Beeindruckend waren vor allem die vielen Affen, die ich hier erstmals in freier Wildbahn erlebt habe. Einige sind auch ein paar Meter mit mir mitgelaufen. Da hier das Füttern streng verboten ist (1.000 $ Strafe), springen sie aber auch nicht gleich auf den Besuchern herum.
Sehr anstrengend war das ständige auf und ab und natürlich die Hitze. Trotzdem ein einzigartiges Erlebnis.

Samstag, 29. November 2008

Feueralarm - Chris

Gestern hatten wir doch ein sehr spaßiges Erlebnis. Gegen 10:30 Uhr ging der Feueralarm los. Natürlich standen alle Fahrstühle unbenutzbar im Erdgeschoss fest. Was dann für uns hieß: 924 Stufen vom 43. Stock bis zum Ausgang! Nach 12 Minuten haben wir die 170 m geschafft und wurden draußen vom freundlichen Erste-Hilfe-Team empfangen, das fleißig jedem Ankömmling Wasser aufdrängte.
Unser Chef war übrigens zu einem Meeting in Frankfurt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Donnerstag, 27. November 2008

Auto - Katrin

Liebe Leser!
Seit gestern habe ich nun ein Auto und bin mobil. Jetzt kann ich endlich zu den entlegenen Orten fahren, die ich mir bisher nur auf der Karte angeschaut habe. Es ist ein Subaru Impreza von 1992. Er hat 100.000 km weg, ist ein Automatik und Benziner. Gestern bin ich ganz allein nach Hause gefahren und habe nur einmal mit dem Scheibenwischer geblinkt. An den Linksverkehr habe ich mich schon ganz gut gewoehnt, aber es fuehlt sich trotzdem so an, als haette ich gestern meinen Fuehrerschein gemacht. Heute werde ich gleich mal einkaufen fahren und diverse Outdoorlaeden abklappen. Die haben hier gerade Christmas Sale und bis zu 50% reduzierte Ware.







Das ist Maleika. Simones Katze. Als ich gestern nach Hause kam, hat sie es sich auf meinen Sachen bequem gemacht und geschlafen. Dann wollte sie erstmal ordentlich gekrault werden.




Letzten Samstag war ich das erste Mal am Meer. War eiskalt, aber eine wunderschoene Sicht auf die angrenzenden Huegel. Ist eine faszinierende Landschaft. Am Sonntag werde ich eine Fahrradtour mit Simone machen. Wir wollen die Huegelkette entlang nach Lyttleton. Das wird bestimmt super!
Gruesse

Sonntag, 23. November 2008

22. - 23.11. - Chris

Christmas-Shopping unter Palmen

Mittlerweile ist mein erster nichteuropäischer Monat schon fast vorbei. Und obwohl ich eigentlich ein ruhigeres Wochenende geplant habe, war es doch wieder sehr anstrengend (sowohl für die Füße als auch für den Geldbeutel).

Am Samstag ging es erstmals zur Orchard Road. In der bekanntesten Shoppingmeile der Stadt reihen sich die Läden in den über 30 Shoppingmalls. Von Nobelboutique bis zum kleinen Comicladen ist hier alles zu finden. Bei aktuell 7% Mehrwertsteuer sind vor allem CDs, DVDs und Computerspiele recht günstig zu bekommen.
Was es hier aber nicht mehr gibt, sind Obstbäume. Mitte des 19. Jh. bestand dieses Viertel - wie der Straßenname ja schon verrät - aus Obstbäumen in vielen kleinen Gärten und Muskatnussplantagen. Falls es heute noch welche gibt, dann wohl nur im Park der angrenzenden Präsidentenresidenz. Doch da hat man natürlich keinen Zutritt.
Momentan wird hier der komplette Boulevard mit Lichtern geschmückt, in den Geschäften läuft den ganzen Tag Weihnachtsmusik und der alljährliche Wettstreit, welche Mall diesmal den größten Weihnachtsbaum hat, nimmt seinen Lauf. Draußen 35° und keine Anzeichen einer Schneeflocke, drinnen angenehme 15°. Und verkauft werden frisch pürierte Fruchtsäfte eisgekühlt, statt Glühwein mit Schuss. Weihnachten in Singapur!

Am Sonntag war ich dann im Botanischen Garten, der nur unweit von der Orchard entfernt liegt. Auf über 50 Hektar gibt es neben dem Palmen-Walk, einer Dschungellandschaft, Seen, Brunnen und Wasserfällen auch einen Orchideengarten. Da diese Woche Schulferien waren, gab es für mich sogar noch freien Eintritt. Seit 1928 werden hier Orchideenkreuzungen gezüchtet und nach prominenten Persönlichkeiten wie Kofi Anan benannt. In der Ausstellung befinden sich über 400 Arten. Aber ich denke, die Bilder sprechen für sich.
Nach dieser anstrengenden Wanderung hat es mich am Abend nochmal zur Orchard getrieben. So konnte ich mir nun auch die Weihnachtsbeleuchtung ansehen. Schön kitschig. Aber wer's mag...

Sonntag, 16. November 2008

15. - 16.11. - Chris

Colonial Core und Paulaner Bräuhaus

Welche ein kontrastreiches Wochenende!

Am Samstag habe ich, nach erster überstandener Magen-Darm-Verstimmung (Danke Claudi für die Tabletten!), den kolonialen Stadtkern näher angesehen. Diese herrschaftlichen Kolonialbauten verleihen dem Gebiet eine einzigartige Atmosphäre. Man fühlt sich zurückversetzt in die Gründerzeit und sieht Raffles beim Teetrinken zu, während er auf seiner Terrasse am Singapore River den Vertrag für die East India Company unterschreibt und Singapur zu einem der wichtigsten Handelsposten des britischen Empires macht. Hier lässt es sich aushalten! Vorbei am Padang (Kricket- und Hockeyfeld des noblen Singapore Cricket Clubs; Mitgliedschaften ab 2.000€ pro Jahr), den Queen Elizabeth Walk flussabwärts erreicht man das Raffles Hotel (Zimmer pro Nacht zwischen 800 und 6.000€), in dem schon Kaiser, Könige und Präsidenten wie auch Charlie Chaplin, Hermann Hesse oder Michael Jackson residierten. Hier wurde 1915 auch in der hoteleigenen Bar der Singapore Sling kreiert. Wer Geld hat, kann dieses in der angrenzenden Arkade auch wieder los werden. Citizen, D&G und Swarovski-Läden gibt es hier zu genüge.

Ausgeträumt geht’s dann weiter in den Fort Canning Park, dem ehemaligen Sitz des malaiischen Königreichs. Die alten Festungstore und Artilleriegeschütze bewachen heute aber nur noch den christlichen Friedhof und den Kräutergarten.

Am Abend war dann die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Singapurer angesagt, Essen. Aber nicht irgendwo, sondern bei der Food Safari, einer Messe rund ums Thema Essen. In vier Ausstellungshallen wurden kulinarische Köstlichkeiten aus asiatischen und europäischen Ländern zubereitet. Wie gesagt, hier riecht es überall nach Essen, selbst in den Messehallen.

Und da wir schon beim Thema sind: Heute hat es mich umgehauen. Denn wir (11 Deutsche und ein Inder) waren heute zum Brunch im Paulaner Bräuhaus. Ja, richtig gelesen. Deutsches Essen und Bier aus eigener Brauerei. All-you-can-eat-and-drink für 25€. Grüne Salate, Kartoffel- und Nudelsalat, Brezeln, Weißwürste, Nürnberger, Lammragout, gebackenes Hühnchen, Hackbällchen, Kartoffelecken, Bratkartoffeln, Kartoffelbrei und Entenbraten waren erst der Anfang. Denn das Nachtischbüffett bestand aus: Apfelstrudel, Käsekuchen, Schokotorte, Windbeutel, Schokofondue mit Obst, Mövenpick-Eis, Mousse au Chocolat, Käseplatte…

Ich kann’s nicht beschreiben, aber ich glaube „traumhaft“ trifft es am ehesten. So kann ich (noch immer im Hochgenuss) meinen heutigen Bericht beenden und hoffen, dass der alte Raffles damals auch so verwöhnt wurde.

Gruß Chris

Miau und Kikeriki - Katrin

Auch meine erste Arbeitswoche ist nun vorbei und ich kann nun auch wieder etwas zu diesem Blog beitragen. Ich wurde sofort bei Landcare Research als normaler Mitarbeiter akzeptiert, von allen lieb begruesst und in das Team aufgenommen. Hier bekommt man nicht staendig zu spueren, dass man doch nur Praktikant sei oder noch studiert. Man wird hier als erwachsener Mensch behandelt. Das ist so wunderbar, dass sich Deutschland davon wirklich inspirieren lassen koennte. Ich hab hier freie Arbeitszeiten, kann kommen und gehen wann ich will. Hauptsache ich mache meine Arbeit. Das gilt hier uebrigens fuer jeden. Es werden keine Stundenzettel geschrieben, oder Stechuhren gefuehrt. Hier vertraut man sich gegenseitig und jeder ist fuer seine Arbeit selbst verantwortlich.
Ich bin im Bereich Fernerkundung untergebracht wurden. Ich bereite Satellitendaten und -bilder vor und ich analysiere und interpretiere sie entsprechend der Aufgabenstellung. Mal hab ich mehr zu tun und mal weniger. Aber ist halt so, da ich als Praktikant nun mal beschaeftigt werden muss und nicht direkt selbststaendig arbeiten kann. Naechste Woche werde ich in Christchurch GPS Daten erheben (Da komm ich mal bisschen an die frische Luft). Im Januar darf ich dann mit auf einen einwoechigen field trip in die Wetlands. Es soll sehr schoen da sein und das Projektziel lautet: To become as wet as possible.

Ich habe hier auch schon etwas die Gegend erkundet und mir sowohl den angrenzenden Park naeher angeschaut, sowie einige Stadtrundgaenge gemacht. Es ist wirklich eine sehr faszinierende Landschaft, was von der staedtischen Kultur nicht behauptet werden kann. Das sieht alles nach einem grossen Sammelsurium von allen moeglichen Baustilen aus, die nicht wirklich zusammen passen und auch nicht zusammen gehoeren. Im Endeffekt ist Chrstchurch zwar keine haessliche Stadt, aber auch keine wirklich schoene. Allerdings verleiht ihr der Fluss und die historische (ha ha) Tram einen eigenen Flair, so dass es sich dennoch ganz gut aushalten laesst, zumal ich ja sowieso ca. 30 Fahrradminuten vom Zentrum weg wohne. In meiner naeheren Wohngegegend sieht es eher wie ein typischer amerikanischer Suburb-Bezirk aus. Alles nur eingeschossige Hauser mit eigenen Gartengrundstuecken und aller 5 km kommt mal ein riesiger Supermarkt mit Post, Videothek, Drogerie/Apotheke und Baecker. Dann wimmelt es hier nur so von Schulen. Es gibt in jedem Bezirk mindestens 3 Schulen, so kommt es mir wenigstens vor. Aber wenn man die Leute so sieht, ob beim Einkaufen oder Autofahren, sie machen fast immer ein freundliches Gesicht, laecheln oder singen. Ganz anders als im verbitterten Deutschland.
Auch die Katzen haben sich mittlerweile an mich gewoehnt. Majestic hat es sich zur Gewohnheit gemacht, es sich auf meinem Schoss bequem zu machen, wenn ich am Computer sitze und auch Maleika kommt immer oefter um meine Fuesse geschlichen und moechte gekrault werden. Von den drei Huehnern bekommen wir immer genug Eier, so dass wir nur fuer extravagante Kuchenbackaktionen welche kaufen muessen. Das Zusammenleben funktioniert bis jetzt sehr gut und ich hoffe, dass es auch die restlichen 3 Monate so bleiben wird.
Gestern war ich bei einer studentischen Geburtstagsparty und es war wiedererwartend gut. Das Haus ist eine richtige Studentenbude. Die haben einen alten ausgetrockneten Pool mit schoenen Graesern und Schilfpflanzen bepflanzt und dann eine Couch und diverse andere Moebel darein gestellt. Das hatte wirklich flair. Noch garniert mit Lichterketten und einer Nebelmaschine war es ein super Platz.

Das war es erstmal von mir. Ich meld mich wieder, wenn es was neues zu berichten gibt.

Sonntag, 9. November 2008

08. - 09.11. - Chris

Hallo allerseits,
mein zweites Wochenende liegt nun auch schon hinter mir und es gibt wieder einiges zu berichten. Am Samstag bin ich mit meiner schwäbischen Kollegin und vier weiteren Deutschen auf die Insel
Pulau Ubin (malaiisch für: Granitinsel) gefahren. Die zweitgrößte Insel Singapurs liegt im Nordost zwischen Malaysia und Singapur. Für knapp 1,30€ kommt man mit einem Boot auf die Insel. Dort angekommen haben wir uns Fahrräder gemietet und haben die acht Kilometer lange und etwa 1,5 km breite Insel erkundet. Heute leben dort nur noch etwa 200 Menschen in alten und heruntergekommenen Hütten. Interessanter ist da schon die Tierwelt. Neben Wasserhühnern und Erdhörnchen soll es hier nämlich auch Pythons und Kobras geben. Gesehen haben wir allerdings keine. Dafür kreuzten Affen, Falken, kleine Warane und zum Schluss sogar noch ein Wildschwein unseren Weg. Nach dreieinhalb Stunden waren wir alle fertig und gönnten uns eine große Mittagsplatte mit Hühnchen, Reis, Nudeln und Garnelen.
Am Sonntag war ich dann im East Coast Park. Der kleine Ausschnitt auf der Karte meines Reiseführers erwies sich als ein knapp einstündiger Fußmarsch bis an die Ostküste (zurück ging es komischerweise schneller). Der etwa 10km lange Strandabschnitt gehört zu den schönsten Singapurs. Hierhin fahren auch viele Einheimische am Wochenende. Das Freizeitangebot ist groß. Man kann sich Fahrräder und Inliner leihen, Fußball, Tennis oder Bowling spielen, segeln, surfen, angeln, schwimmen, zelten und grillen. Die vielen Rastplätze verfügen über stationäre Grille, so dass es wunderbar nach Essen riecht. Ein schöner Sandstrand, etwa 25°C warmes Wasser, schöne Palmen und eine angenehme kühle Brise laden auf ein Wiedersehen ein.

Gruß Chris

06. - 08.11. - Katrin meets Kiwis

Liebe Leser!

Ich habe in den letzten Tagen so viel erlebt und Eindruecke gesammelt, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll zu erzaehlen. Ich versuch es mal chronologisch. Als ich in Singapur abflog, war der Flughafen genauso leer, als wie wir ankamen. Ich war natuerlich am falschen Terminal. Die MRT (Metro) haelt automatisch am Terminal 3 und ich hab nach einigem herumirren rausgefunden, dass ich zu Terminal 2 muss. Aber Singapur ist ja eine moderne Stadt, also gibt es eine Sky-Tram, die die Terminals miteinander verbindet und mit der man kostenlos fahren kann. Nach 20 min hab ich endlich eingecheckt (22.9 kg) und habe mir erstmal was zu Essen geholt, da ich seit mehr als 12 h nichts gegessen hatte. Nachdem ich meinen Wopper verdrueckt hatte, ging ich zum Bording. Und nach ein paar Minuten Verspaetung sind wir abgeflogen. Noch einen letzten Blick ueber die wirklich sehr schoene und grosse Stadt, dann gings ab nach Borneo (Brunei).
In Bandar Seri Begawan angekommen wurde ich nicht nur von einer noch erdrueckenderen Hitze ueberrascht, sondern auch sofort von einem lieben Einheimischen angesprochen, ob ich in die Stadt wolle und wieviel Zeit ich denn haette, er macht Stadtrundfahrten fuer Touristen und ob ich denn Interesse haette. Da die Taxifahrten hier sehr teuer sind, obwohl der Sprit nur 0,25 Euro kostet, sagte ich zu und nahm an einer 4 h Stadtrundfahrt Teil, die sich wirklich gelohnt hat. Wir waren insgesamt 8 Personen plus Fahrer (Sam). Sam war vor ueber 14 Jahren von den Phillippinen in die Brunei gekommen und gehoert hier zur unteren Mittelschicht. Zuerst besuchten wir den Wohnsitz des Sultans, dann seinen Palast (Arbeitsplatz) und anschliessend waren wir in einem Museum, indem es ausschliesslich um die Sultansfamilie ging. Hier musste man vorher seine Schuhe ausziehen, bevor man rein durfte. In allen Museen hier konnte nur in der Lobby fotografiert werden. Es war sehr interessant was ueber dieses Land zu erfahren, da man sonst nie etwas darueber hoert. Hier herrschen strenge muslimische Gesetze, aber auch andere Religionen werden geduldet. So gibt es auch eine Kirche und einen chinesischen Tempel. Es gibt auch zwei Gerichte. Eins fer die Moslems und eins fuer das Zivile Recht. Jeder der fuer die Regierung arbeitet, bekommt ein Haus und ein Auto zur Verfuegung gestellt (Neben gutem Verdienst). Aber der Sultan schenkt auch den armen Geld und hat ein gutes Abhaengigkeitssystem entwickelt, so dass ihn alle moegen und er machen kann, was er will.
Als naechstes waren wir noch in einem historischen Museum und haben uns das Leben der Malayen und deren Traditionen naeher angeschaut. Von hier aus ging es zur Water-Village. Das war echt beeindruckend. Das ist ein Dorf im Wasser gebaut. Alles steht auf Stelzen, aber die sind untereinander alle miteinander verbunden. Dieses Dorf hat seine eigene Tankstelle, Schule, Supermarkt, und vieles mehr. Die fahren da mit Speedboats vom Village zum Land. Die Hauser sehen zwar ziemlich heruntergekommen aus, aber diejenigen, die da wohnen sind nicht arm, sie wohnen da weil es so Tradition ist und weil sie es wollen, aber alle haben noch ein Haus auf dem Land. Da nichts mehr zu dem Village hinzugebaut werden darf, wird es irgendwann wohl nicht mehr existieren. Alles was abbrennt, ist fuer immer verloren, es darf nicht neu aufgebaut werden. Wir wurden mit einem Speedtaxi abgeholt und die Fahrt war echt der Hammer. Nichts fuer schwache Maegen. Dann haben wir an so einem Haus angelegt und wurden mit Tee und Gebaeck bereits erwartet. War wunderschoen. Von da aus ging es schon Richtung Flughafen. Wir haben noch einen kurzen Stopp im Hotel Empire gemacht. Dieses 6 Sterne Hotel ist echt super chic und wir haben sogar die Toiletten nutzen duerfen. Die letzeten 1 1/2 h Stunden verbrachten wir zusammen am Flugahfen und unterhielten uns ueber dies und das. Dabei war auch ein Neuseelaender und ich hab schnell gemerkt, dass ich ihn nicht wirklich verstehe.

Den Flug nach Auckland, hab ich wie schon geschrieben gut ueberstanden und auch bei dem kurzen Flug nach Christchurch hatten wir lediglich etwas Verspaetung. Am Flugahfen wurde ich dann von David (meiner Kontaktperson von der Firma) abgholt und wir haben zusammen auf mein Gepaeck gewartet, dass zum Glueck auch ankam. Er hat mich zu meinem neuen Heim gebracht, wo ich herzlich von einer meiner Mitbewohnerin empfangen wurde. Simone ist selbstaendige Webdisignerin und arbeitet zu Hause. Sie hat mir alles gezeigt (Kueche, Bad, Waschraum, mein Zimmer, Wohnzimmer, Garten mit Gemuese und Huehnern und die zwei Katzen Majestic und Maleika. Wir haben uns den ganzen Nachmittag unterhalten und ich habe gelernt sie etwas besser zu vertsehen. Abends kam dann Esther nach Hause und sie haben fuer mich gekocht. Spaeter haben wir uns einen Film ausgeliehen und gemuetlich Fern geschuat. Wir haben festgestellt, dass wir den gleichen Geschmack in Sachen Filme haben. Am naechsten Tag hab ich erstmal bis viertel Zwoelf geschlafen. Dann hab ich mit Esther im Garten gefruhstueckt und wir haben beobachtet wir Maleika die Huehner jagt. Das war witzig, da sie am Schluss mehr angst vor den Huehnern hatte, die sich natuerlich gewehrt haben. Anschliessend waren wir im Supermarkt (der war richtig gut), Geld holen und den Film wegschaffen. Danach sind wir noch auf einen Huegel gefahren und haben die einzigartige Aussicht auf Christchurch genossen. Es ist atemberaubend. Nach einer kurzen Wanderung durch einen kleinen Park bei uns um die Ecke, haben wir uns dann fertig gemacht zum weggehen. Wir sind zu einem BBQ zu Freunden gefahren. diese haben eine neues Haus (als WG), dass auf einem Huegel liegt. Auch hier hatte man eine unbeschreibliche Sicht auf die Ostkueste bis nach Christchurch (Sie wohnten in einem kleinen Nest suedlich von Ch). Das BBQ war echt toll, es gabe alles moegliche an Salaten, Dips, Tacos und Punsch. Danach sind wir in einen anderen Ort zum Feuerwerk gefahren. Anlaesslich des Guy Fawkes Day am 05.11. haben die hier auch mitfeiern wollen und das Feuerwerk aufs Wochenende verlegt. Da war es richtig kalt und wir haben uns fast alles abgefroren, aber es hat sich gelohnt. Es war ein sehr schoenes Feuerwerk. Heute bin ich das erste mal wieder alleine und habe endlich Zeit euch das hier zu schreiben. Ich kann den Laptop meiner Mitbewohnerin nutzen. Heute frueh bekam ich sogar Fruehstueck serviert. Toast, gebratene Champies und pouchierte Eier von den eigenen Huehnern. Lecker!
Morgen werde ich das erstemal arbeiten und bin schon sehr gespannt. Mal sehen was mich da erwartet. Bilder folgen bald.

Gruss Katrin

Donnerstag, 6. November 2008

03. - 06.11.

So, jetzt beginnt für uns die schwierigere Zeit. Katrin ist heute Morgen Richtung Neuseeland geflogen und kommt am Freitag gegen 14:30 Uhr Ortszeit (2:30 Uhr in Deutschland) in Christchurch an. Die letzten Tage konnten wir aber nochmal richtig genießen. Es hat sich ein wenig abgekühlt (teilweise nur noch etwa 28°C) und auch die Luftfeuchtigkeit ist erträglicher geworden.

Katrin war auf der Vergnügungsinsel Sentosa, wo sie eine schöne Bucht zum Baden sowie den südlichsten Punkt Kontinentalasiens entdeckt hat (s. Bilder). In dieses ehemalige Fischerdorf gelangt man vom 105m hohen Mount Faber aus mit einer Seilbahn. Heute gibt es dort viele Attraktionen und Freizeitparks zu bewundern. Zudem wird auch auf einem riesige Areal ein Park der Universal Studios gebaut. Vor 2010 sind die aber mit Sicherheit noch nicht fertig.

Vorgestern ging es dann ins Landesinnere. Fast genau im Zentrum der Insel (ca. 12km entfernt vom Stadtzentrum) liegt nämlich noch ein Stückchen unberühter Regenwald. Das Bukit Timah Naturschutzgebiet beherbergt neben Vögeln, Schmetterlingen, Affen und Eichhörnchen auch kleine Tiger und Schlangen. Zu sehen waren diese aber (zum Glück) nicht.

An unserem letzten gemeinsamen Abend (gestern) waren wir dann im Insomnia. In diesem Club findet man fast nur Deutsche, Franzosen und Engländer. Einzig die Band und die Barkeeper stammten aus Asien. Für rund 10€ Eintritt hieß es dann von 21:00 - 23:00 Uhr (für Frauen bis 24:00 Uhr) All-You-Can-Drink. Und wer die Preise für Alkohol hier kennt (eine Flasche einheimsches Bier etwa 5€), weiß dass sich das gelohnt hat.

Heute Abend hat meine Vermieterin (wie schon lange angekündigt) ein großes Festmahl zubereitet. Sie hatte zwei Familien zu Gast und wir (ich und mein Mitbewohner Tommy) durften uns natürlich auch bedienen. Sie bedauert aber, dass Katrin nicht dabei war. Das Essen war sehr lecker, aber sauscharf. Hähnchenkeulen, Lamm, Fisch, Reis, Salat (mit Gurke, Tomate, Zwiebeln, Pepperoni und Apfel! - ungewöhnlich aber gut), Kartoffeln und drei weitere Schüsseln voll (mit für mich aber nicht identifizierbares Zeug).
Morgen ist meine Arbeitswoche schon wieder rum. Mal sehen was das Wochenende zu bieten hat.

Gruß Chris

Montag, 3. November 2008

Parkhopper 01. - 02.11.08

Liebe Freunde und Verwandte!

Nun ist unser erstes Wochenende vorbei und es war einfach fantastisch. Dieses Geburtstagswochenende werden wir wohl so schnell nicht vergessen. Samstag waren wir, nachdem wir bis Mittag geschlafen haben - haben ja Freitag so lange an dem Blog gearbeitet -, im Vogelpark in Jurong (westlicher Stadtteil Singapurs). Da gab es über 4000 Vögel zu sehen und wieder mal eine atemberaubende Landschaft. Fotos folgen in den nächsten Tagen. Auf dem Rückweg haben wir dann für 50c einen Saft aus frisch pürrierten Erdbeeren mit Eis getrunken. War super lecker. Abends waren wir dann neben dem Lau Pa Sat (Food Court in Chinatown) Satay essen. Das sind Fleischspieße (Hühnchen, Hammel, Rind oder Garnelen) mit Erdnusssoße, Reis in Kokosblättern gegart, Zwiebeln und Gurke. Diese Straße wird jeden Abend für den Verkehr gesperrt und es erwachen die angrenzenden Holzbuden zum Leben, die alle diese malayische Köstlichkeit verkaufen. Da du natürlich bei allen essen sollst, wirst du kräftig umworben.
Sonntag sind wir dann doch etwas eher los, da wir eine lange Fahrt vor uns hatten. Unser Ziel war der Zoo mit anschließender Night Safari. Nach anderthalbstündiger Fahrt sind wir gut im Zoo angekommen und gleich von einem KFC-Mann angelächelt worden. Aber der Zoo ist unglaublich. Nicht wie in Europa, wo erst der Zoo gebaut und dann die Tiere "einquartiert" wurden, sondern man hat den Eindruck, dass der Zoo um die Tiere herum entstanden ist. Also es ist ein unglaublich ökologischer und integrierter Zoo, in dem man sich wie im Dschungel vorkommt. Im Zoo, wie auch im Bird Park, haben wir einige Shows gesehen, die interaktiv mit dem Publikum arbeiten. Tiere zum Anfassen und Nassspritzen, Tiere, die durch das Publikum laufen, Vögel fliegen einem über den Kopf hinweg. Es gibt hier so viel zu brichten, dass ich die ganze Nacht damit verbringen könnte.
Heute haben wir auch unser erstes tropisches Gewitter erlebt. Ist sehr eindrucksvoll. Da schüttet es Wassermengen, die in Deutschland den ganzen Winter zusammen fallen in drei Stunden runter. Aber es ist ja zum Glück so warm, dass das nicht weiter stört. Wir haben uns bei einem Leopardenweibchen untergestellt und das Schlimmste abgewartet. Dann gings weiter zu den Löwen und Giraffen. Nach dem Zoo war erstmal Abendbrot angesagt. Das gab es im UluUlu Restaurant. Aufgebaut war dies wie eine Afrikanische Lodge. Es gab mehrere Stände, an denen man sich Essen holen konnte und in der MItte und Seite waren die Tische. Vom Essen aus ging es direkt weiter in die Night Safari. Dabei können die Tiere bei Nacht beobachtet werden. Zuerst haben wir die Show "Creatures of the Night" gesehen. Anschließend sind wir mit der Tram durch den Park gefahren (war eigentlich ein offener Safari-Bus) und haben dabei sehr viel erzählt bekommen. Die Freigehege waren alle nur leicht beleuchtet, und dennoch haben wir fast alle Tiere ohne Probleme sehen können. Zum Schluss sind wir noch zu Fuß durch den "Regenwald". Auch hier konnten wir sehr viele Tiere in ihrer nahezu natürlichen Umgebung beobachten, da die Vegetation nicht angelegt, sondern größtenteils natürlich war.
Am tollsten fand der Chrissi aber den australischen Outback-Bereich. Dort sprangen nämlich die Kängurus frei herum. Somit durfte er die auch streicheln!!

Liebe Grüße Chris & Katrin


Samstag, 1. November 2008

31.10.08

Hallo Leute,
nachdem euch Katrin die letzten Tage beschäftigt hat und ich nun endlich in meinem ersten wohlverdienten Wochenende bin, kann ich euch heute mal meine Eindrücke schildern.
Unsere Ankunft am Montag Mittag war etwas unerwartet. Nachdem wir in Quatar einen sehr belebten Doha International Airport vorgefunden haben, war am Changi Singapur absolut gar nichts los. Ein riesiges Gelände mit vielen Blumen (u. a. Orchideen) und Palmen, Springbrunnen und fast keinen Menschen. Zuerst dachte ich, es liegt am Feiertag (am 27.10. war das indische Deepavali), aber später sollte sich herausstellen, dass es wohl immer so ist. Gepäck geschnappt und durch die Einwanderungsbehörde, ging es dann mit der MRT (U-Bahn) in Richtung Hotel (s. Bericht 1). Was einem aber sofort in die Nase kommt, ist der Essensgeruch. Egal wo man ist, es riecht hier immer nach Essen. Generell wird hier sehr wenig selbst gekocht. Die meisten Singapurer gehen täglich Essen (ca. 2-4€ für ein Mittagsmenü). Das ist einfacher und auch billiger, denn die Lebensmittel sind doch relativ teuer (100g Emmentaler 2,50€, 100g Salami 3€, 750g Nutella 4,40€, ...). Egal ob Food Courts (mit Klimaanlage), Hawkers (ohne Klimaanlage) oder die vielen kleinen Kneipen und Bars, hier findet man überall etwas Essbares. Und das meiste schmeckt auch noch! Bisher war ich chinesisch, indisch, koreanisch und heute amerikanisch (und NEIN, nicht bei McDonald's, Burger King oder Pizza Hut) essen. Alles relativ scharf, aber bisher noch erträglich. Viele kleinere "Restaurants" sehen zwar nicht immer ganz sauber aus, scheinen aber die hygienischen Standards einzuhalten. Auch die Stadt selbst ist immer noch relativ sauber (vor allem im Stadtkern). In den äußeren Bezirken herrschen am schon europäische Verhältnisse. Die hohen Strafen stören hier Niemanden (unerlaubtes Rauchen: 500€, Verkauf von Kaugummi: 1.000€, bewaffneter Raubüberfall, Mord oder Drogenhandel: Todesstrafe, Vergewaltigung, Diebstahl oder Vandalismus: Stockschläge). So gehen die meisten Leute auch bei Rot über die Straße. Leider seh ich auch relativ wenige Polizisten. Scheinbar gehen hier also die Kontrollen zurück.
Ein paar kurze Worte noch zur Bank (ihr wisst ja - Schweigepflicht!!):
Die DZ Bank befindet sich im 43. von 47 Stockwerken hohen Land Tower (Gebäude in der Mitte des ersten Bildes, mit dem auf dem Kopf stehenden, blauen T), mitten in der City. Ich kann euch sagen, der Ausblick ist gigantisch. Die halbe Stadt liegt mir zu Füßen. Der Merlion (2. Bild) direkt unter mir, der Flyer (größtes Riesenrad der Welt) direkt vor mir, dahinter einer der zahlreichen Golfplätze und dann die vielen Schiffe, die hier täglich vor Anker liegen. 95% aller Warenladungen (Gas, Öl, Zucker, Tee, Palmöl zwischen Europa und dem Mittleren Osten bis nach China, Japan und den USA) kommen hier am mittlerweile größten Containerhafen der Welt vorbei. Ein fantastischer Anblick. Zudem sind die rund 50 Mitarbeiter in der Branch sehr freundlich. Einige Deutsche sind auch dabei. So fällt Einstieg und Verständigung nicht so schwer. Die Büros hier sind auf geschätzte 10°C gekühlt. Daher freuen wir uns auf die kurzzeitig angenehme Wärme in der Mittagspause. Der Arbeitstag ist recht lang. 9-18 Uhr machen eine 40-Stunden-Woche. Die Zeit vergeht aber momentan noch relativ schnell. Zusammen mit mir hat noch eine weitere Praktikantin (Stefanie von der VoBa Rottweil) angefangen. Jetzt schwäbelts schon in Singapur!
Jetzt freue ich mich auf das Wochenende, um endlich selbst mehr von Singapur sehen zu können als Katrins Bilder von ihren täglichen Ausflügen.
Dann bis die Tage mit hoffentlich ein paar aufregenden Bildern.

Gruß Chris & Katrin

P.S.: Danke für die vielen Rückmeldungen und Glückwünsche für Katrin