Leider ist wieder ein wunderschoenes Wochenende vorueber gegangen und ich kann nur noch in Erinnerungen schwelgen – in fantastischen.
Alles begann hinter dem Hochspannungslabor der Universitaet von Canterbury. Wir erhielten die

Ausruestung vom Ingenieur- und Computer-Department, da einer der Organisatoren dort arbeitet. Die Boote mussten verstaut, die Barrels gepackt werden. Ein Barrel (eine Plastiktonne) fuer zwei Personen, das war schon die erste Huerde, die bewaeltigt werden musste. Alles wurde in zwei Haengern verstaut und dann ging es ab in zwei Vans Richtung Clearance River. Unsere Einsatzstelle lag noerdlich von Hanmar Springs, wo die normale Strasse endet, so dass wir ueber Schotterwege durch die Berge mussten. Im Dunkeln angekommen, wurden noch die Boote (3) aufgeblasen und dann verzogen wir uns in das nahe gelegene, verlassene Cottage. Nach einer windigen Nacht und bei Sonnenaufgang geweckt von Sandfliegen (bissig), begann fuer uns um 06:00 Uhr der Tag mit Fruehstueck, Barrels packen und Boote klar Schiff machen. Um 09:00 Uhr


waren wir auf dem Wasser (wie jeden Tag). Auf jedem Boot 4 Barrels und zweimal 5, einmal 6 Personen. Ich bin auf Sophie mitgefahren (rotes Boot). Die anderen Mitstreiter waren Pinky (pinkes Boot) und der Grey Ghost (ihr werdet es kaum glauben – graues Boot). Die normale Kleidung bestand aus Neoprenanzug (Wassertemperatur ca. 10-12 Grad), Schwimmweste und Helm. Der erste Tag war recht ruhig, keine besonders schnellen Rapids (Stromschnellen), dafuer recht viel Wind, so dass wir unsere erste Etappe etwas kuerzen mussten, um nicht auf einem voellig ungeschuetzten Campingplatz zu zelten. Aber es war trotzdem sehr warm, so dass es gar nicht schlimm war, dass ich am ersten Tag ueber Bord ging. Unsere Captain uebersah einen kleinen Felsen und der Ruck hat mich ruecklings aus dem Boot katapultiert. Aber ich konnte mich sofort am Boot festhalten und es war auch keine gefaehrliche Stelle. Nach einem ordentlichen BBQ, warteten alle darauf, dass es endlich dunkel wird, damit man ins Bett konnte, da wir schon alle um die Wette gaehnten. Der naechste Tag sollte schliesslich anstrengend werden, da wir die verlorenen Kilometer wieder reinholen mussten.

Am zweiten Tag waren die Rapids schon eindrucksvoller, das Wetter angenehmer und die Stimmung noch gelassener. Das blieb auch so, als der Grey Ghost ein Riss hatte und erstmal geflickt werden musste. Wir nutzten die Zeit gleich fuer die Mittagspause. Nach ein paar Wasserschlachten und 12h auf dem Wasser erreichten wir auch endlich, fast im Dunkeln, unser naechstes Ziel. Dies war eine Huette, die schon von einigen Jaegern bewohnt wurde. Diese verbrachten mehrere Tage in den Bergen, um alles zu schiessen, was ihnen ueber den Weg laeuft (Opposums, Hirsche, Hasen,…). Erschoepft und gluecklich ging für uns auch dieser Tag zu Ende.
Der dritte Tag sollte schliesslich der schoenste warden. Absolut tolle Stromschnellen und aufregende Erlebnisse. Es ging pausenlos durch anstrengende Rapids, bei denen die Kommandos im Sekundentakt kamen und man gar nicht so schnell reagieren konnte. Back right, hard forward, all back, raise, all forward, back left, hold on,…. Einige male mussten wir aussteigen, da wir versehentlich auf einem Felsen parkten, aber die Boote waren so robust, dass alles gut ging.

An einer Stelle waere Pinky allerdings fast umgekippt. Ein schneller Rapid in einer Linkskurve. Pinky war zu schnell und wurde gegen den Felsen gedrueckt und hochkant gestellt. Volker und Rachel sind aus dem Boot gesprungen und auch der Captain hat sich schliesslich geopfert und so konnte Pinky gerade gestellt warden. Voller Wasser und blossgestellt, schaffte es Pinky an Land um sich kurz auszuruhen. Die Crew von Grey Ghost und Sophie war so gespannt, dass niemand diese Szene filmte oder fotographierte - Schade! Der dritte Tag fand schliesslich sein Ende an einem sehr schoenen Zeltplatz voller kleiner einheimischer Buesche, wo genug Nieschen vorhanden waren, in denen man zelten konnte. Nach einem ordentlicher Tortilla Mahl, Christmas Pudding (Kuchen) und Pudding, gingen alle gesaettigt und zufrieden ins Bettchen.
Auch am vierten und letzten Tag sollte es nicht langweilig warden. Am Anfang der Strecke kamen wir nochmal durch eine Schlucht mit schoenen Rapids und nachdem uns ein flaches und langweiliges Ende prophezeit wurde, genossen wir diese nochmal. Aber das langweilige Ende wollte nicht kommen. Der Fluss gabelte sich in zwei grosse Aeste und Pinky und Sophie nahmen den Rechten, Grey Ghost den linken Arm, der etwas mehr Wasser fuehrte. Auf diesem letzten Stueck hatten wir einen Rapid nach dem anderen und es war sehr flach, so dass wir oefter raus mussten, um Sophie ueber Steine zu schieben oder vom geparkten Felsen zu schubsen. Als wir dann doch am Ziel ankamen, mussten wir das ganze Gepaeck und die Boote durch das 200m lange steinige trockene Flussbett tragen, dann nochmal durch einen schmalen Seitenarm, und schliesslich eine 20m steile Boeschung rauf. Alle waren bedient und wir machten uns erschoepft auf den Heimweg.

Am Mittwoch (gestern) verabredeten wir uns zum BBQ und Bilder anschauen. Steven organisierte einen Beamer und wir schauten uns alle Bilder auf einer grossen Leinwand an. Das war sehr lustig und alle liessen das Ereignis nochmal Revue passieren.