Nach heftigem Regenfall am Samstag (20.12.08) haben Herby und ich unsere Abreise von Sonntag auf Montag (22.12.08) verschoben. Wir fuhren von Christchurch aus Richtung Westen zum Arthur’s Pass National Park, der relativ zentral zwischen Ost- und Westkueste liegt. Wir informierten uns im DOC-Office (Department of Conservation) vor Ort und liessen uns ueber die schoensten Wanderstrecken beraten. Wir entschieden uns fuer eine 4-Tageswanderung von insgesamt 17 h Laufzeit. Allerdings haben wir schnell gemerkt, dass diese Laufzeit fuer fitte Wanderer mit leichtem Gepaeck ist. Wir hatten beide Kriterien nicht erfuellt. Da wir keine 9 h am zweiten Tag laufen wollten, hatten wir ein Zelt dabei um einen extra Tag einschieben zu koennen, was sich auch gelohnt hat. Die Wanderung begann mit 3 Flussueberquerungen (keine Bruecke) und dann ging es etwa 1 Stunde durch den Wald.
Danach mussten wir dem Bachbett folgen – sehr steinig, bis es wieder in den Wald ging. Nach ca. 2,5 h kamen wir an einen Punkt, wo der Track nach rechts in den Wald ging, aber bald endete. So sind wir dann schliesslich 1,5 h im Unterholz rumgekrochen, um den Pfad zu finden, bevor wir uns entschlossen zurueck zu gehen. Und erst wenn man von dieser Richutng kommt, sieht man das orangene Dreieck am Baum, dass nach links zeigt – typisch Neuseeland. Noch ein kurzes Stueck am Bachbett und dann wieder in den Wald, aber steil bergauf. Und wer hier denkt, das war ein schoener breiter Wanderweg – Ha ha ha!!! Dieser Track war, was man bei uns quer feld ein laufen nennt. Es ging steil bergauf ueber Stock und Stein – meterhohe Treppen, die ich mit meinen kurzen Dackelbeinen kaum ueberwinden konnte, ohne mich an Wurzeln oder Pflanzen hochzuziehen. Nach ca. 7 h Laufzeit und etlichen Pausen, sind wir dann schliesslich nachts um 1 Uhr in der Edward Hut (1000 m) angekommen - total erschoepft. Am naechsten Tag ging es weiter durch meterhohes Gras – und riesen Geroellfeldern. Hier folgten wir nicht mehr den orangenen Dreiecken, sondern Steinformationen (kuenstlich aufeinandergestapelte Steine) und orangenen Staeben. Am Ende des zweiten Tages folgte noch ein Freeclimbing Act an einem Bachlauf den Pass hinauf nach Tarn Col (1368 m), wo wir schliesslich an einem wunderschoenen Bergsee unser Zelt aufschlugen. Nach dieser Anstrengung goennten wir uns ein kuehles bis eiskalten Bad im See.
Der dritte Tag war dann schliesslich der enspannteste, da wir uns betreits eingelaufen hatten. Begonnen haben wir mit einem ca 1,5 stuendigen Abstieg an einem Bachlauf. Aber nicht so steil, wie wir ihn hochliefen. Dann ging es etwas durch sumpfiges Gebiet und erstmal wieder hinauf ueber den Walker Pass. Dann natuerlich wieder runter und dann immer am Bach entlang oder besser gesagt rueber und nueber (changing riversides).
Wir hatten uns schon gewundert warum der Trackk kurz vor der Huette wieder in den Wald abbiegt, wo doch die Huette direkt am Bach liegt, aber nach einstuendiger Erklimmung des „Gipfels“ hatten wir unsere Antwort: ein Wasserfall.Noch einmal durch den Fluss und dann stand ich ploetzlich vor der Huette. Es war der 24.12.2008 und wir waren nicht die Einzigen. Gesellschaft leisteten uns ein aelteres Kiwi Ehepaar, eine Familie aus Suedafrika, die schon seit 12 Jahren in Neuseeland lebt und eine weitere deutsche Familie aus Konstanz ,mit denen wir uns schliesslich anfreundeten und erstmal eine Runde (oder zwei) Bohnanza spielten. Das war ein wunderschoener Weihnachtsabend. Am naechsten Tag haben wir Deutschen dann den Rest des Weges gemeinsam gemeistert, auch hier hiess es wieder – changing riversides. Es ging immer entlang eines Bachbettes – sehr steinig. Am Auto angekommen wurden wir noch zu unserem eigenen Auto gefahren und nach etlichen Verabschiedungen fuhren wir gen Westkueste.
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