Montag, 17. Januar 2011

Felix

Am Montag haben Felix, Chris und ich spontan entschieden, dass es langsam mal Zeit wird sich zu treffen. Felix hat nicht lange gefackelt und sofort gebucht. Also hatten wir vom 13. - 16. Januar einen Gast, mit dem wir sehr viel schönes erlebt haben.

Angefangen haben wir am Donnerstag morgen mit einer Standard Stadtführung. Finanzzentrum, Colonial Core, Chinatown. Mittagessen im Lau Pa Sat - na klar - Koreanisches BBQ. Am Nachmittag sind wir kurz nach Hause, ausruhen, umziehen, Quartier beziehen (für Felix) - unsere Vermieterin hat derzeit ein Zimmer frei - um abends noch in die New Asia Bar zu fahren, von der man einen fantastischen Blick auf Singapur hat (70. Stock eines Hotels). Anschließend konnten wir uns es nicht nehmen lassen ein Blick in das erste Casino Singapurs zu werfen - ich sag nur WOW.

Freitags hatten wir uns vorgenommen, uns auf Sentosa auszutoben. Ein heftiges Gewitter machte uns kurzzeitig einen Strich durch die Rechnung, so dass wir jetzt zwar jeden Souvenirshop kennen, aber sonst nicht allzu viel gesehen haben. Immerhin waren wir am (angeblich) südlichsten Punkt Kontinental- asiens und haben neben eines Wild West Wettschießens auch eine 4D Log Ride (Achterbahn 3D Simulation, in der der Gast ein Baumstamm ist) hinter uns gebacht. Danach folgte eine Besichtigung vom Clarke Quay, dem abendlichen Vergnügungszentrum der einheimischen und zugezogenen Jugend.

Am nächsten Morgen ging es direkt in das einzig bestehende Wetland Reserve oder auch den noch einzigen Mangrovenwald in Singapur ganz im Norden der Stadt. Die Fahrt war lang, es war warm, aber es hat sich gelohnt. Neben zahlreichen frei herum- laufenden Waranen haben wir auch diverse Vögel, den Schlammspringer, Krabben, Echsen, exotische Spinnen und natürlich auch faszinierende Vegetation beobachten können. Den Tag haben wir in Little India bei einem Regenguss und anschließender Shoppingtour im Mustafa Centre fortgeführt. Beim Essen in der Churrascaria am Clarke Quay haben wir ihn beendet. All you can eat in brasilianischem Stil. Dabei wird einem das am Spieß gegrillte Fleisch direkt auf den Teller geschnitten. Ich glaub, ich hab noch nie sooooo viel gegessen. Es gab verschiedene Rindfleischvarianten, Hühnerherzen, Fisch, Knoblauchbrot, Hühnchen im Speckmantel und sogar warme Ananas am Spieß Lecker wars, mmmmmhhhhhh.

Sonntag war dann doch eher chillig. Die Orchard entlang schlendern und sich über die Quantität und Dichte der Luxusläden wundern, das Raffles Hotel besichtigen und zum Abschluss eine gut durchgebratene, in Sesambrot gepackte und mit Gemüse und Soßen verzierte Fleischschnitte verzehren, zu der als Beilage frittierte Kartoffeln gereicht wurden. Allem in allem waren es vier sehr schöne, aber auch anstrengende Tage. Wir werden wohl das Programm für meine Eltern nochmal überdenken.

CK

Sonntag, 16. Januar 2011

Botanischer Garten

Dieser Eintrag ist was für alle Naturfreunde unter unseren Lesern. Am Mittwoch hat es uns mal wieder in die Natur gezogen, also sind wir gemütlich durch den Botanischen Garten geschlendert. Aber natürlich erst nachdem wir ein ausgezeichnetes thailändisches Mittagessen hinter uns hatten. Bei diesem Thai am Boat Quay hat man nicht nur einer fantastische Sicht, sondern bekommt auch doppelt soviele Gerichte wie Personen mitessen zum Festpreis. Nach dem Essen soll man ruh'n oder tausend Schritte tun. Wir haben uns für letzteres entschieden und haben es nicht bereut, auch wenn Petrus uns den Tag vermiesen wollte.


Wir haben nicht nur eine schöne Echse direkt am Parkeingang gesehen, sondern auch gelernt, dass Ingwer nicht nur Ingwerwurzel, sondern eine ganze Pflanzenfamilie ist. Dazu gehört zum Beispiel auch die Banane. Hier noch ein paar Eindrücke von dem schönen Tag und vor allem den schönen Pflanzen und Vögeln.


Mittwoch, 12. Januar 2011

Aus der Mitte entspringt ein Fluss

Nach einer Woche harter Arbeit am Schreibtisch (räusper, räusper) mussten wir mal wieder an die frische Stadtluft. Wir haben uns schon lange gefragt, wo denn all das Wasser des Singapore River herkommt, dass all die touristischen Attraktionen kurz vor seiner Mündung passiert. Diesem Geheimnis sind wir am Sonntag auf den Grund gegangen und haben dabei faszinierende Entdeckungen gemacht. Wir haben uns den Punkt in unserer Karte gesucht, wo der Fluss verschwindet und sind an diesen Punkt gereist. Jedoch ist das mitnichten die Quelle. Neeeeiiiiiin. Das ist einfach ein fiktiver Punkt, der gewählt wurde, weil es wahrscheinlich niemanden auffallen würde, ha, da haben sie aber nicht mit uns gerechnet. Der Singapore River ist heute nämlich nur noch 3,2 km lang und beginnt offiziell an der Kim Seng Brücke.

Gespeist wird er u.a. vom Alexandra Kanal, der aus der Commonwealth Region kommt. Der Singapore River hatte ursprünglich eine Länge von 11 km, bevor ein anderer Zulauf direkt in den Pazifik umgeleitet wurde.
Wir wanderten anfangs also unwissend den Alexandra Kanal entlang, bis wir zu oben genannter und abgebildeter Brücke kamen und sich das Stadtbild und der Fluss massiv zu ändern begann. Das Wasser wurde sauberer, der Fluss breiter, die Kanalform wurde aufgebrochen und die ursprünglichen Mäander (Flussschleifen) waren wieder zu erkennen. Von der staatlichen Blockbauweise mit Arbeiterviertelcharakter kamen wir entlang privaten Condominiums und Hotelketten. Künstlich gestaltete Ufer mit Bars, Cafés, Restaurants und grüner Promenade bilden nun die Landschaft.

Der Fluss war einst voll von Leichtern, Bumboats (Proviantboote), Tongkangs und Sampans, die durch die große Reinigung, die 1977 begann, alle beseitigt wurden. Der Fluss wurde durch die Zunahme des Handels und der Urbanisierung zusehends verschmutzt, wodurch der Fischfang unmöglich wurde. Mittlerweile ist das Fischen wieder erlaubt, dafür hat der Fluss ein ganz neues Gesicht bekommen, von dem viele meinen, es sei zu sauber, zu unasiatisch, da keine Boote mehr das Stadtbild prägen. Diese können nur noch in den Museen betrachtet werden (abgesehen der Sightseeingboote).
Die blau, weiß oder rot beleuchteteten Brücken ziehen sich den gesamten Fluss entlang. Vom Kim Seng Park, über den Robertson Quay, den Clarke Quay, entlang des Boat Quay bis zu seiner Mündung über die Marina Bay in den Pazifik.


CK

Sonntag, 9. Januar 2011

Bukit Timah

Diese Woche ging es rauf auf unseren Hausberg. Der Bukit Timah (malaii. "Zinnberg") ist mit 163m die höchste Erhebung Singapurs und liegt in einem 164 Hektar großen Naturschutzgebiet mitten im Zentrum der Insel. Singapur ist damit neben Rio de Janeiro die einzige Stadt, in deren Grenzen es noch einen ursprünglichen Regenwald gibt. Neben Affen und Eichhörnchen (die wir sehen konnten) leben hier etwa 500 verschieden Tierarten (darunter auch die allseits beliebte Python, genauso beliebte Stechmücken und rund 200 verschieden Kakerlakenarten). Ja sogar als Tigerhügel war Bukit Timah bekannt, bis der letzte im Billiardzimmer des Raffles Hotel 1902 erlegt wurde. Und noch etwas Historisches: Dieser Berg war die letzte Verteidungsbastion im 2. Weltkrieg, bevor er am 11. Februar 1942 von den Japanern erobert wurde und zur britischen Kapitulation führte.

Neben dem betonierten(!) Hauptweg führen verschieden Naturpfade auf und um den Gipfel herum. Wir folgten der Dairy Farm Schleife, auf der wir auf kurzer Distanz 60 Höhenmeter am steilsten Stück zu überwinden hatten. Die ersten Laute, die man zu hören bekommt, ist das nervige Zirpen der männlichen Zikade, einem etwa 5cm großem Insekt. Besonders schön anzusehen, sind dagegen die bis zu 175m langen Rattanlianen. Am Gipfel angekommen, machte sich das anbahnende Gewitter auf sich aufmerksam. Somit blieb uns nur kurze Zeit zum Ausruhen vor dem Abstieg und dem verdienten Abendessen.

CK

Mittwoch, 5. Januar 2011

2011


Frohes Neues Jahr wünschen wir unseren Lesern. Wir haben den Jahreswechsel an der Marina Bay (Finanzzentrum) verbracht und uns das Feuerwerk angeschaut. Mal abgesehen davon, dass wir durch den Rauch nicht so viel sehen konnten, besoffene Inder die ganze Zeit gegröhlt haben, als wären sie auf einem Rockkonzert und danach alle glechzeitig durch die beengten Fußwege (weil abgesperrte Straßen) zu den öffentlichen Verkehrsmitteln gelaufen sind und wir einen Bus knapp verpassten und der nächste zu voll war für uns, wir also den letzten Bus nehmen mussten, von dem wir schon dachten er kommt nicht mehr, war es ein gelungener Jahreswechsel.







Wir sind am 01. Januar in unsere neue Bleibe gezogen. Direkt neben dem Bukuit Timah Nature Reserve, den wir von unserem Zimmer auch sehen können. Das Zimmer ist etwas kleiner, aber ausreichend. Die Familie sehr nett und die Umgebung gefällt uns auch ganz gut. Shoppingcenter, Bus, MRT und Natur ist alles per Fuß zu erreichen, der Bus braucht 20 Minuten in die Innestadt (wie vorher auch) und wir sind in den letzten Tagen ganz gut mit der Dipl und anderen Sachen vorangekommen (vor allem Räuberrommé hat es uns angetan). Ich werde mir wohl doch NOCH ein Buch kaufen müssen.